Grundschule Humboldtsraße, Hamburg
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Schwerpunkte > Integration

Integration

Seit dem Schuljahr 1983/84 gibt es an Hamburger Grundschulen Integrationsklassen. An der Grundschule Humboldtstraße gibt es seit dem Schuljahr 1987/ 88 Integrationsklassen in den        Klassen 1 - 4. Die Klassengröße beträgt in der Regel 19 Schüler/Schülerinnen, davon werden 4 als Kinder mit Behinderung aus dem Bereich Geistige Behinderung, Körperliche Behinderung und Sinnesbehinderung (blind, schwerhörig, gehörlos) zusammen mit 15 Regelkindern eingeschult. Integrationsklassen werden an den Schulen als integrativer Zug neben den normal ausgestatteten Klassen geführt. Die Integrationsklassen werden in der Sekundarstufe I der Stadtteilschulen fortgeführt. Unsere Integrationsklassen werden in der Stadtteilschule Winterhude fortgeführt. Im Hamburger Schulgesetz, § 12, Abschnitt 1 ist festgelegt, dass jeder Schulabschluss offen ist. 

Für die Integrationsklassen in der Primar- und Sekundarstufe I sind die folgenden Prinzipien kennzeichnend:

Was spricht dafür, ein Kind in einer I-Klasse anzumelden?

Kinder mit Behinderungen lernen frühzeitig, ihre Beeinträchtigung anzunehmen und Hilfe von anderen einzufordern. Sie besuchen gemeinsam mit anderen Kindern aus ihrer Nachbarschaft die Regelschule  und müssen nicht oftmals lange Wege zur Sonderschule zurücklegen. Das Zusammenleben und -lernen in Integrationsklassen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder mit Beeinträchtigungen auch später als Erwachsene nicht ausgegrenzt und isoliert werden. Die Schulleistungen von Kindern mit (Lern-)Beeinträchtigungen sind erwiesenermaßen bei Integration ebenso gut oder sogar besser als in der Sonderschule. Die Kinder mit Beeinträchtigungen erhalten durch die Regelschüler enorme Entwicklungsanreize, die für sie so in der Sonderschule so nicht gegeben sind.

Nichtbehinderte Kinder üben Hilfsbereitschaft und Toleranz ein. Sie erfahren den natürli­chen Umgang mit Menschen mit Behinderungen, lernen sie in ihrer Einzigartigkeit zu akzeptieren und erwerben so eine hohe Sozialkompetenz. Die integrativen Unterrichtsformen mit 2 bis 3 Pädagogen ermöglichen eine individuelle Lernförderung und tragen so zu ei­nem besseren Unterrichtsklima bei, von dem alle Kinder profitieren. Wissenschaftliche Untersuchungen haben beweisen, dass die Schulleistungen der nichtbehinder­ten Kinder in Integrationsklassen keinesfalls beeinträchtigt werden, sondern oft über dem Durchschnitt liegen.

Lehrerinnen und Lehrer sehen Integration als eine Chance, die Qualität des Unterrichts durch Binnendifferenzierung, angepasste Rahmenbedingungen und das daraus resultierende bessere Unterrichtsklima zu steigern.
Sie beobachten gemeinsam die Lernfortschritte aller Kinder, tauschen sich darüber aus und legen das weitere Vorgehen fest. Ein Schwerpunkt ist hier die inhaltliche und methodische Differenzierung bei gemeinsamer Arbeit am Lernstoff der Klasse. Die Sonderpädagogen setzen die Lernschwerpunkte für die I-Kinder fest und stellen geeignete Lernmittel für sie bereit, bzw. beraten bei deren Anschaffung. Sie schreiben in Absprache mit dem Team die Zeugnisse der I-Kinder und begleiten den Übergang zur weiterführenden Schule.

Dabei steht die Vision einer Schulgemeinschaft ohne Aussonderung im Vordergrund, für die es normal ist, dass Kinder verschieden sind. Das Leben und Lernen in einer Gemeinschaft von behinderten und nichtbehinderten Kindern steht im Mittelpunkt. Dieses ist auch ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt unserer Grundschule, der von allen am Schulleben Beteiligten akzeptiert und gefördert wird.

Kinder mit Behinderungen haben einen Anspruch darauf, von der Gemeinschaft nicht isoliert zu werden. Sie brauchen aber eben auch die sonderpädagogische Förderung, die sie in unseren Integrationsklassen erhalten.

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